Die vier größten kostenlosen VPNs im Überblick

Der Markt für kostenlose VPNs ist groß und unübersichtlich. Während manche Anbieter eine ehrliche Freemium-Strategie verfolgen, finanzieren sich andere auf Kosten der Privatsphäre ihrer Nutzer. Wir stellen die vier bekanntesten seriösen Kandidaten vor.

ProtonVPN Free

ProtonVPN wurde von ehemaligen CERN-Wissenschaftlern in Genf gegründet und ist heute eine der vertrauenswürdigsten Marken im VPN-Bereich. Der kostenlose Tarif bietet als einziger im Markt kein monatliches Datenlimit – du kannst so viel surfen, wie du möchtest. Server stehen in den USA, den Niederlanden und Japan zur Verfügung. Die Apps sind vollständig Open Source und wurden mehrfach unabhängig auditiert.

Windscribe

Windscribe aus Kanada bietet kostenlosen Zugang mit 10 GB pro Monat – mehr als die meisten Konkurrenten. Nach Verifizierung der E-Mail-Adresse steht außerdem ein breiteres Serverangebot zur Verfügung. Windscribe hat eine klare No-Log-Richtlinie und bietet neben dem VPN auch einen integrierten Werbeblocker. Für gelegentliche Nutzung eine gute Wahl.

hide.me

Das in Malaysia beheimatete hide.me bietet ebenfalls 10 GB monatlich kostenlos, mit Zugang zu 5 Serverstandorten. Der Anbieter wurde mehrfach auditiert und gilt als zuverlässig. Die Apps sind benutzerfreundlich, und die Verbindungsgeschwindigkeit im kostenlosen Tarif ist angemessen. Allerdings gibt es keinen werbefreien Plan ohne Bezahlung.

TunnelBear

TunnelBear (heute im Besitz von McAfee) ist bekannt für seine einsteigerfreundliche Bedienung mit Bären-Design. Der kostenlose Plan ist auf 2 GB pro Monat begrenzt – für regelmäßige Nutzung zu wenig. TunnelBear führt jährliche unabhängige Sicherheitsaudits durch und veröffentlicht die Ergebnisse, was positiv hervorzuheben ist.

Vergleichstabelle: Datenlimit, Server, Speed, Logs

Anbieter Datenlimit Serverstandorte Geschwindigkeit No-Log-Audit Open Source
ProtonVPN Free Kein Limit 3 Länder Mittel Ja Ja
Windscribe 10 GB/Monat ~10 Länder Mittel–Gut Ja Teilweise
hide.me 10 GB/Monat 5 Standorte Mittel Ja Nein
TunnelBear 2 GB/Monat ~45 Länder Gut Ja Nein

Warum kostenlose VPNs Einschränkungen haben

Ein VPN zu betreiben ist nicht kostenlos. Serverinfrastruktur, Bandbreite, Entwickler, Sicherheitsaudits, Kundensupport – all das kostet Geld. Kein Unternehmen kann ein VPN dauerhaft und für alle unbegrenzt gratis anbieten, ohne irgendwo Einnahmen zu generieren.

Seriöse Anbieter wie ProtonVPN lösen dieses Dilemma durch ein Freemium-Modell: Der kostenlose Plan dient als Einstiegsangebot, das die Nutzer von der Qualität überzeugen soll. Die zahlenden Plus-Kunden finanzieren die Infrastruktur – auch für die kostenlosen Nutzer. Das Geschäftsinteresse liegt also darin, zufriedene Gratis-Nutzer irgendwann in zahlende Kunden zu verwandeln.

Typische Einschränkungen kostenloser Tarife sind:

  • Geringere Verbindungsgeschwindigkeit (Priorisierung für zahlende Nutzer)
  • Begrenzte Serverwahl (weniger Länder, keine Streaming-Server)
  • Nur ein Gerät gleichzeitig
  • Kein P2P/Torrent-Support
  • Monatliche Datenlimits (außer bei ProtonVPN Free)

Diese Einschränkungen sind bei seriösen Freemium-Anbietern transparent und akzeptabel. Das Problem entsteht, wenn Anbieter ihre Kosten durch andere Mittel decken – auf Kosten der Nutzer.

Rote Flags: Woran du unseriöse Gratis-VPNs erkennst

Merksatz: Wenn ein Produkt kostenlos ist und du nicht weißt, wie das Unternehmen Geld verdient – dann bist du das Produkt.

Besonders im App-Store-Bereich gibt es zahlreiche VPN-Apps, die mehr Risiko als Schutz bieten. Hier sind die wichtigsten Warnsignale:

  • Datenweitergabe an Dritte: Viele Gratis-VPNs monetarisieren ihren Dienst, indem sie Nutzerdaten (Surfverhalten, Standort, Gerätedaten) an Werbenetzwerke oder Datenhändler verkaufen. Das steht oft im Kleingedruckten der Datenschutzerklärung.
  • Malware-Risiko: Eine Studie der CSIRO aus Australien hat gezeigt, dass rund 38 % der kostenlosen Android-VPN-Apps Malware oder aggressive Adware enthalten. Besonders betroffen sind unbekannte Apps aus dem Play Store oder Drittquellen.
  • Kein unabhängiges Audit: Jeder kann behaupten, "keine Logs zu speichern". Ohne unabhängige Überprüfung durch eine Drittpartei (wie Cure53 oder SEC Consult) ist diese Aussage wertlos.
  • Unklare Unternehmensstruktur: Viele Gratis-VPN-Apps gehören chinesischen Konzernen oder Holding-Gesellschaften in Steueroasen ohne Datenschutzgesetze. Das Unternehmen hinter dem VPN ist entscheidend.
  • Bandbreite weitervermieten (Residential Proxy): Hola VPN ist der bekannteste Fall: Statt eigener Server nutzt Hola die Internetverbindungen seiner Nutzer als Exit-Nodes – und hat diese Bandbreite an Dritte verkauft. Dein Anschluss kann so für kriminelle Aktivitäten missbraucht werden.
  • SuperVPN-Datenleck 2021: SuperVPN, eine der meistinstallierten VPN-Apps weltweit (100+ Millionen Downloads), war an einem massiven Datenleck beteiligt, bei dem Nutzerdaten inklusive IP-Adressen und Standorte öffentlich zugänglich wurden – trotz "No-Log"-Versprechen.

ProtonVPN Free: Der klarste Sieger im kostenlosen Bereich

ProtonVPN Free sticht aus der Masse der kostenlosen Anbieter deutlich heraus – und das nicht nur wegen des fehlenden Datenlimits. Es ist das einzige kostenlose VPN, das alle entscheidenden Sicherheits- und Transparenzkriterien gleichzeitig erfüllt.

  • Echte No-Log-Richtlinie – gerichtlich bestätigt: ProtonVPN wurde von Schweizer Behörden aufgefordert, Nutzerdaten herauszugeben – und konnte es nicht, weil schlicht keine Logs existieren. Das ist kein Marketing, sondern ein in der Praxis bewiesenes Versprechen.
  • Vollständig Open Source: Alle ProtonVPN-Apps (Windows, Mac, iOS, Android, Linux) sind Open Source auf GitHub veröffentlicht. Jeder Sicherheitsforscher kann den Code prüfen.
  • Unabhängige Audits: ProtonVPN lässt seine Apps und Serverinfrastruktur regelmäßig von unabhängigen Sicherheitsfirmen prüfen und veröffentlicht die Ergebnisse.
  • Schweizer Datenschutz: Sitz in Genf, Schweiz – außerhalb der EU und der USA, mit einem der strengsten Datenschutzgesetze weltweit und keiner Mitgliedschaft in Geheimdienst-Kooperationen (Five Eyes, Nine Eyes, Fourteen Eyes).
  • Kein Datenlimit: Als einziger kostenloser VPN-Anbieter ohne monatliches Datenlimit – du kannst dauerhaft und unbegrenzt surfen.
  • Keine Werbung, keine Datenweitergabe: Das Geschäftsmodell basiert ausschließlich auf zahlenden Abonnenten. Kostenlose Nutzer werden nicht vermarktet.

Was ProtonVPN Free nicht bietet: Streaming-Server (Netflix-Entsperrung), P2P-Unterstützung, mehr als ein gleichzeitiges Gerät und Zugang zu allen Serverstandorten. Für diese Funktionen ist ProtonVPN Plus notwendig.

Für wen reicht ProtonVPN Free? Für alle, die im öffentlichen WLAN sicher surfen wollen, gelegentlich geografische Sperren umgehen möchten oder einfach ihre IP-Adresse schützen wollen. Wer Netflix streamen oder regelmäßig torrenten möchte, braucht Plus.

Fazit: Kostenlos geht – aber mit Bedacht

Ein kostenloses VPN kann sinnvoll sein – wenn man den richtigen Anbieter wählt. ProtonVPN Free ist unsere klare Empfehlung: Es ist das einzige kostenlose VPN ohne Datenlimit, mit bewiesener No-Log-Richtlinie, Open-Source-Code und sauberem Geschäftsmodell. Windscribe und hide.me sind akzeptable Alternativen, wenn 10 GB pro Monat ausreichen.

Finger weg von unbekannten Gratis-VPN-Apps aus dem App Store – besonders solchen ohne Unternehmensangabe, ohne Audit und ohne klares Geschäftsmodell. Das Risiko überwiegt dort jeden möglichen Nutzen.

Wer mehr Speed, mehr Serverstandorte und Streaming-Unterstützung braucht, sollte sich ProtonVPN Plus ansehen – mit 30 Tagen Geld-zurück-Garantie ist der Einstieg risikofrei.

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Häufige Fragen

Ja, ProtonVPN bietet einen dauerhaft kostenlosen Tarif ohne Datenlimit. Der kostenlose Plan umfasst Zugang zu Servern in 3 Ländern (USA, Niederlande, Japan), unterstützt ein Gerät gleichzeitig und enthält keine Werbung. Die Bandbreite ist geringer als beim Plus-Tarif, aber es gibt kein monatliches Datenlimit. Keine Kreditkarte erforderlich.

Als wirklich sicher gelten vor allem ProtonVPN Free, Windscribe (10 GB/Monat) und hide.me (10 GB/Monat). Alle drei haben unabhängige Audits, klare No-Log-Richtlinien und transparente Geschäftsmodelle. Gefährlich sind hingegen völlig unbekannte Gratis-Apps, die Nutzerdaten verkaufen oder Bandbreite weitervermieten – wie es bei Hola VPN der Fall war.

ProtonVPN Free ist das einzige bekannte VPN ohne monatliches Datenlimit im kostenlosen Tarif. Allerdings ist die Verbindungsgeschwindigkeit geringer als beim bezahlten Plus-Tarif und es stehen nur 3 Länder zur Verfügung. Für gelegentliche Nutzung, Datenschutz im öffentlichen WLAN oder den Einstieg ist das völlig ausreichend.