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NetShield Test: ProtonVPNs eingebauter DNS-Werbeblocker im Check

7 Min. Lesezeit · Aktualisiert Juni 2026

Ein VPN, das nebenbei auch noch Werbung blockiert – klingt praktisch. Aber wie gut funktioniert NetShield wirklich? Wir schauen uns die Technik dahinter an, testen die Blockierleistung und erklären ehrlich, was NetShield kann und was nicht.

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1. Was ist NetShield?

NetShield ist ProtonVPNs eingebauter Schutzfilter, der auf DNS-Ebene arbeitet. DNS steht für „Domain Name System" und ist vereinfacht gesagt das Telefonbuch des Internets: Wenn du eine Webseite aufrufst, fragt dein Gerät zuerst einen DNS-Server, welche IP-Adresse zu dieser Domain gehört. NetShield greift genau an diesem Punkt ein und blockiert Domains, die bekanntermaßen für Werbung, Tracking oder Malware genutzt werden, noch bevor dein Browser sie überhaupt aufruft.

Der entscheidende Vorteil gegenüber Browser-Erweiterungen: NetShield funktioniert systemweit auf allen Apps, nicht nur im Browser. Wenn eine Smartphone-App heimlich Tracker lädt oder Malware-Domains kontaktiert, blockiert NetShield das ebenfalls – ganz ohne dass du etwas installieren musst. Da die Filterung auf dem ProtonVPN-Server stattfindet, ist kein Ressourcenverbrauch auf deinem Gerät notwendig.

2. NetShield: zwei Schutzstufen

NetShield Level 1 – Malware-Schutz: Die erste Stufe blockiert ausschließlich Domains, die mit Malware, Schadsoftware, Phishing und anderen Bedrohungen in Verbindung stehen. Werbung und Tracker werden in dieser Stufe nicht geblockt. Diese Einstellung ist die sicherste Wahl für Nutzer, die Webseiten nicht optisch verändern wollen, aber trotzdem einen grundlegenden Schutz vor bösartigen Domains haben möchten.

NetShield Level 2 – Malware + Werbung + Tracker: Die zweite Stufe ist der vollständige Schutz. Neben Malware-Domains werden hier auch bekannte Werbe-Netzwerke und Tracking-Domains geblockt. Webseiten laden dadurch schneller, da Werbebanner und Tracking-Scripts gar nicht erst geladen werden. Diese Stufe empfehlen wir für den täglichen Einsatz, da sie den größten Mehrwert bietet.

Empfehlung: Nutze NetShield Level 2 für den Alltag. Level 1 eignet sich, wenn du merkst, dass bestimmte Webseiten durch die Werbeblockierung nicht korrekt laden.

3. Wie gut blockiert NetShield Werbung?

Im Test zeigt NetShield eine solide Leistung bei typischen Werbe- und Tracking-Domains. Bekannte Werbenetzwerke wie DoubleClick, Google Ads und zahlreiche Tracking-Dienste (Google Analytics, Facebook Pixel, diverse Drittanbieter-Tracker) werden zuverlässig blockiert. Webseiten, die stark auf Werbenetzwerke setzen, laden spürbar schneller, und die Tracking-Aktivität im Hintergrund wird deutlich reduziert.

Wichtig zu wissen: YouTube-In-Stream-Werbung wird nicht blockiert. Das ist eine technische Einschränkung aller DNS-basierter Filter, nicht nur von NetShield. YouTube liefert seine Werbung über dieselben Domains wie die eigentlichen Videos aus – ein DNS-Filter kann nur ganze Domains blockieren, nicht einzelne URLs oder Anfragen innerhalb einer Domain. Wer YouTube-Werbung blockieren möchte, braucht weiterhin eine Browser-Erweiterung. Bei Webseiten-Bannern und Display-Werbung arbeitet NetShield hingegen sehr gut und blockiert die überwiegende Mehrheit der bekannten Werbe-Domains.

Für die Malware-Blockierung gilt: NetShield nutzt regelmäßig aktualisierte Listen bekannter Malware-Domains. Das ist kein Ersatz für eine vollwertige Antivirus-Software, bietet aber eine nützliche zusätzliche Schutzschicht, besonders auf Mobilgeräten, auf denen klassische Antivirus-Apps seltener genutzt werden.

4. Vergleich mit Browser-Erweiterungen

Browser-Erweiterungen wie uBlock Origin arbeiten auf einer viel granulareren Ebene als NetShield. Sie können nicht nur ganze Domains blockieren, sondern auch einzelne Elemente innerhalb einer Webseite: spezifische Skripte, bestimmte CSS-Klassen, Inline-Werbung und Elemente, die über dieselbe Domain geladen werden wie der eigentliche Inhalt. Das macht sie bei bestimmten hartnäckigen Werbeformen – darunter YouTube-Pre-Roll-Ads – deutlich effektiver als jeder DNS-Filter.

Der Vorteil von NetShield ist die Systemweite Wirkung: Browser-Erweiterungen schützen nur den Browser, in dem sie installiert sind. NetShield schützt alle Apps auf deinem Gerät gleichzeitig – das Smartphone-Spiel, das heimlich Tracking-Requests abfeuert, die Nachrichten-App mit eingebetteter Werbung und jede andere App, die Netzwerkverbindungen aufbaut. Die ideale Kombination ist daher: NetShield für den systemweiten Basisschutz plus uBlock Origin (oder eine ähnliche Erweiterung) im Browser für granulare Filterung.

5. NetShield aktivieren

NetShield aktivieren ist denkbar einfach. Öffne die ProtonVPN-App auf deinem Gerät. Auf der Hauptseite siehst du direkt unterhalb des Verbindungs-Buttons die NetShield-Option, oder du findest sie unter Einstellungen → NetShield. Tippe darauf und wähle zwischen „Aus", „Schadsoftware blockieren" (Level 1) und „Werbung & Tracker blockieren" (Level 2). Die Einstellung wird sofort übernommen, du musst die VPN-Verbindung nicht neu starten.

NetShield ist auf allen Plattformen verfügbar, auf denen ProtonVPN läuft: Windows, macOS, Linux, Android und iOS. Die Einstellung gilt pro Gerät und wird nicht automatisch auf andere Geräte in deinem Konto übertragen. Wenn du NetShield auf deinem Smartphone und deinem Laptop haben möchtest, musst du es auf beiden Geräten aktivieren.

6. NetShield und Datenschutz

Eine häufige Frage: Wenn NetShield meine DNS-Anfragen filtert, sieht ProtonVPN dann, welche Webseiten ich besuche? Die Antwort ist nein. ProtonVPN hat eine strikte No-Log-Richtlinie, die unabhängig auditiert wurde. DNS-Anfragen werden ausschließlich zur Filterung genutzt und danach nicht gespeichert oder protokolliert. ProtonVPN hat keinen Anreiz, diese Daten zu speichern, und steht unter Schweizer Datenschutzrecht, das zu den strengsten der Welt gehört.

Im Vergleich zu einem öffentlichen DNS-Resolver (wie dem Standard-DNS deines Internetanbieters) ist NetShield ein klarer Datenschutzgewinn: Dein ISP sieht deine DNS-Anfragen normalerweise vollständig. Mit ProtonVPN laufen alle DNS-Anfragen durch den verschlüsselten VPN-Tunnel und landen bei ProtonVPNs eigenen DNS-Servern – unsichtbar für deinen Internetanbieter.

7. Verfügbarkeit: Nur mit Plus und Unlimited

NetShield ist kein Feature des kostenlosen ProtonVPN-Tarifs. Es steht ausschließlich im ProtonVPN Plus- und Unlimited-Tarif zur Verfügung. Wenn du ProtonVPN kostenlos nutzt, siehst du die NetShield-Option zwar in der App, kannst sie aber nicht aktivieren.

Für alle, die NetShield nutzen möchten, lohnt sich ein Blick auf unseren Vergleich ProtonVPN Free vs. Plus – dort erklären wir, welche Funktionen im Plus-Tarif enthalten sind und ob das Upgrade für dich sinnvoll ist. NetShield ist dabei nur einer von vielen Vorteilen des bezahlten Tarifs, zu denen auch Streaming-Server, Secure Core und höhere Geschwindigkeiten gehören.

Häufige Fragen

Nein. YouTube-In-Stream-Werbung (die Videos vor und während einem Video) kann NetShield nicht blockieren, weil die Werbung über dieselbe Domain wie das eigentliche Video ausgeliefert wird. Ein DNS-Filter kann nur ganze Domains blockieren, nicht einzelne URLs innerhalb einer Domain. Für YouTube-Werbung ist weiterhin eine Browser-Erweiterung wie uBlock Origin oder ein Drittanbieter-Client nötig.

Beide funktionieren auf DNS-Ebene und blockieren Werbung und Tracker systemweit. Pi-hole ist eine selbst gehostete Lösung, die du auf einem eigenen Server (z. B. Raspberry Pi) betreiben musst und selbst pflegen und aktualisieren musst. NetShield ist direkt in ProtonVPN integriert, komplett verwaltungsfrei und funktioniert auf allen Geräten, auf denen ProtonVPN installiert ist – ohne eigene Hardware.

Ja, NetShield ist auch auf iOS verfügbar und funktioniert dort genauso wie auf anderen Plattformen. Du findest die Einstellung in der ProtonVPN-App unter Einstellungen → NetShield. NetShield erfordert den Plus- oder Unlimited-Tarif von ProtonVPN.

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