Auswahlkriterien für ein gutes VPN
Bevor wir die Anbieter vergleichen, definieren wir, was ein gutes VPN überhaupt ausmacht. Nicht jedes Kriterium ist für jeden Nutzer gleich wichtig – aber alle sollten erfüllt sein.
- Firmensitz und Rechtsprechung: In welchem Land sitzt der Anbieter? Ist er zur Datenweitergabe verpflichtet?
- No-Log-Audit: Hat ein unabhängiges Sicherheitsunternehmen bestätigt, dass tatsächlich keine Logs gespeichert werden?
- Geschwindigkeit: Wie viel Tempo geht durch die VPN-Verschlüsselung verloren?
- Preis-Leistungs-Verhältnis: Was kostet der Dienst, und was bekommt man dafür?
- Anzahl gleichzeitiger Geräte: Wie viele Geräte dürfen gleichzeitig verbunden sein?
- Streaming-Kompatibilität: Funktioniert der Dienst zuverlässig mit Netflix, ARD, ZDF und anderen?
- Open Source: Ist der Quellcode öffentlich einsehbar und überprüfbar?
Die fünf Anbieter vorgestellt
1. ProtonVPN – Unser Favorit
ProtonVPN wurde 2017 von denselben Wissenschaftlern gegründet, die das verschlüsselte E-Mail-Dienst Proton Mail entwickelt haben – ursprünglich am CERN in Genf. Das Unternehmen sitzt in der Schweiz, einem Land mit besonders strengem Datenschutzrecht, das außerhalb der EU-Datenschutzkooperationen wie dem Five-Eyes-Netzwerk liegt.
Was ProtonVPN von anderen abhebt: Der komplette Quellcode ist auf GitHub einsehbar, die Apps werden regelmäßig von unabhängigen Sicherheitsforschern auditiert, und es gibt eine vollwertige kostenlose Version ohne Datenlimit. Das Protokoll WireGuard wird vollständig unterstützt.
Besonderheiten: Secure Core (Traffic über mehrere Länder), Netshield (Werbeblocker auf DNS-Ebene), VPN Accelerator-Technologie, perfekte Integration mit Proton Mail und Proton Pass.
2. NordVPN – Größtes Netzwerk
NordVPN aus Panama ist der bekannteste VPN-Anbieter weltweit und bietet mit über 7.000 Servern in 118 Ländern das größte Netzwerk im Vergleich. Der Anbieter hat nach einem Sicherheitsvorfall 2018 (ein einzelner Server wurde kompromittiert) massiv in seine Infrastruktur investiert und setzt seitdem auf RAM-only-Server.
NordVPN bietet SmartDNS für Streaming ohne VPN-Overhead, Meshnet für sichere P2P-Verbindungen und Dark Web Monitor. Die Geschwindigkeit ist ausgezeichnet. Kritikpunkt: Das Unternehmen hat in der Vergangenheit Nutzerinformationen auf Behördenanfragen geteilt – wenn auch nur IP-Adressen, keine Browserdaten.
3. ExpressVPN – Schnell aber teuer
ExpressVPN aus den Britischen Jungferninseln (BVI) galt lange als der schnellste VPN-Anbieter am Markt. Das Unternehmen wurde 2019 von Kape Technologies übernommen, was bei Datenschutzexperten für Bedenken sorgte. ExpressVPN ist mit Abstand der teuerste Anbieter im Vergleich, ohne dass die Leistung diesen Aufpreis eindeutig rechtfertigt.
Die App-Qualität ist ausgezeichnet, die Server-Abdeckung gut. Für Gelegenheitsnutzer oder Reisende mit höchsten Ansprüchen an Komfort eine Option – für preisbewusste Nutzer gibt es bessere Alternativen.
4. Mullvad – Maximale Anonymität
Mullvad aus Schweden verfolgt einen radikalen Datenschutzansatz: Zur Registrierung wird weder E-Mail-Adresse noch Name benötigt. Stattdessen erhält man eine zufällig generierte Kontonummer. Zahlung ist sogar per Bargeld (in einem Umschlag) oder Kryptowährung möglich.
Mullvad war einer der ersten Anbieter mit WireGuard-Unterstützung und entwickelte das Protokoll mit. Streaming-Kompatibilität ist schwächer als bei anderen Anbietern. Für Nutzer, denen Anonymität über alles geht, ist Mullvad die erste Wahl.
5. Surfshark – Günstig, unbegrenzte Geräte
Surfshark aus den Niederlanden hat sich mit einem aggressiven Preismodell und unbegrenzt gleichzeitigen Verbindungen einen Namen gemacht. Der Anbieter wurde 2022 mit Nord Security (NordVPN) zusammengeschlossen, bleibt aber als eigenständige Marke bestehen.
Für Familien oder WG-Bewohner ist Surfshark besonders attraktiv: Ein Account, unbegrenzt viele Geräte. Die Datenschutz-Philosophie ist solide, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau von ProtonVPN oder Mullvad. Streaming funktioniert zuverlässig.
Vergleichstabelle: 10 Kriterien
| Kriterium | ProtonVPN | NordVPN | ExpressVPN | Mullvad | Surfshark |
|---|---|---|---|---|---|
| Firmensitz | Schweiz | Panama | BVI | Schweden | Niederlande |
| No-Log-Audit | ✔ Ja | ✔ Ja | ✔ Ja | ✔ Ja | ✔ Ja |
| Open Source | ✔ Vollständig | Teilweise | ✘ Nein | ✔ Ja | ✘ Nein |
| WireGuard | ✔ Ja | ✔ Ja | Lightway | ✔ Ja | ✔ Ja |
| Kostenlose Version | ✔ Ja | ✘ Nein | ✘ Nein | ✘ Nein | ✘ Nein |
| Gleichzeitige Geräte | 10 | 10 | 8 | 5 | Unbegrenzt |
| Server (Länder) | ~90 | 118 | 105 | 49 | 100 |
| Streaming (ARD/ZDF) | ✔ Ja | ✔ Ja | ✔ Ja | Begrenzt | ✔ Ja |
| Preis/Monat (2 Jahre) | ab 3,99 € | ab 3,69 € | ab 6,67 € | 5,00 € | ab 2,49 € |
| Geld-zurück-Garantie | 30 Tage | 30 Tage | 30 Tage | 30 Tage | 30 Tage |
Unser Favorit für Deutsche: ProtonVPN
Für die meisten deutschen Nutzer ist ProtonVPN 2026 die beste Wahl – und das nicht nur, weil wir Affiliate-Partner sind. Die Gründe sind konkret:
- Schweizer Recht: Außerhalb der EU-Behördenkooperation, kein Zugriff durch deutsche Behörden ohne langwierige internationale Rechtshilfe
- Vollständig Open Source: Jeder Experte kann den Code prüfen – Vertrauen durch Transparenz statt Marketing-Versprechen
- ARD und ZDF im Ausland: ProtonVPN entsperrt zuverlässig die deutschen Mediatheken, wenn man im Urlaub ist
- Kostenlose Version: Als einziger seriöser Anbieter bietet ProtonVPN eine kostenlose Version ohne Datenlimit
- Proton-Ökosystem: Nahtlose Integration mit Proton Mail, Proton Drive und Proton Pass
Wann NordVPN die bessere Wahl ist
NordVPN ist die richtige Wahl, wenn dir folgende Punkte wichtig sind:
- Maximale Serverauswahl: Mit 118 Ländern findet man für jedes Ziel den richtigen Server
- SmartDNS: Streaming-Entsperrung ohne VPN-Overhead – ideal für Smart TVs ohne VPN-App
- Meshnet: Sichere P2P-Verbindungen zwischen eigenen Geräten, kostenlos nutzbar
- Preis: NordVPN ist im 2-Jahres-Abo minimal günstiger als ProtonVPN
Lies unseren ausführlichen Vergleich: ProtonVPN vs. NordVPN – welcher ist besser?
Wann Mullvad die bessere Wahl ist
Mullvad ist die Wahl für Nutzer mit höchsten Anforderungen an Anonymität:
- Keine Registrierung: Kein Account, keine E-Mail, nur eine Zufallsnummer
- Barzahlung möglich: Wer nicht einmal per Kreditkarte zahlen möchte
- Aktivisten und Journalisten: Wenn die Identität des VPN-Kunden selbst ein Risiko darstellt
- Fixpreis: 5 Euro pro Monat, keine Rabaktionen, kein Upselling
Nachteil: Streaming funktioniert weniger zuverlässig, die Server-Auswahl ist kleiner, und es gibt keine kostenlose Version.