Warum NordVPN-Nutzer wechseln wollen

NordVPN ist eines der bekanntesten VPNs weltweit und zweifellos ein solider Anbieter. Dennoch gibt es handfeste Gründe, warum datenschutzbewusste Nutzer über einen Wechsel nachdenken:

Der Sicherheitsvorfall 2018

2018 wurde bekannt, dass ein NordVPN-Server in Finnland von unbekannten Angreifern kompromittiert worden war. NordVPN schwieg monatelang darüber und informierte Nutzer erst nach medialen Druck. Der Vorfall selbst war begrenzt – es wurden keine Nutzerdaten gestohlen – aber das Kommunikationsverhalten des Unternehmens hinterließ Vertrauen, das sich nur langsam erholt hat.

Panama vs. Schweiz

NordVPN ist in Panama registriert, außerhalb der Five Eyes und EU – das ist gut. Aber die Schweiz, wo ProtonVPN beheimatet ist, hat aktivere Datenschutzgesetze, eine stärkere Rechtspraxis und ist international als Datenschutzzuständigkeit anerkannter. Schweizer Behörden müssen ausländische Datenanfragen durch einen anspruchsvollen Rechtsweg genehmigen lassen.

Fehlende Open-Source-Transparenz

NordVPN-Apps sind nicht Open Source. Das bedeutet: Kein externer Entwickler kann überprüfen, was die App im Hintergrund wirklich tut. ProtonVPN hingegen hat alle Apps auf GitHub veröffentlicht – Windows, Mac, iOS, Android und Linux. Das ist ein fundamentaler Transparenzunterschied.

Das Proton-Ökosystem

Wer bereits Proton Mail oder Proton Drive nutzt, hat einen praktischen Grund zu wechseln: Mit einem Proton-Konto verwaltest du alle Dienste zentral, profitierst von einheitlichem Datenschutz und kannst den Proton Unlimited-Plan nutzen, der alle Proton-Dienste bündelt.

Was du bei ProtonVPN gewinnst

  • Swiss Privacy – stärkster Datenschutzrahmen: Die Schweiz ist nicht EU-Mitglied und hat keine Verpflichtung zur Datenweitergabe an ausländische Behörden ohne Schweizer Gerichtsbeschluss. ProtonVPN hat dies in der Praxis bereits bewiesen.
  • Vollständig Open-Source-Apps: Alle ProtonVPN-Apps sind auf GitHub einsehbar und wurden von unabhängigen Sicherheitsforschern geprüft. Dieser Grad an Transparenz ist im VPN-Markt einzigartig.
  • NetShield – integrierter DNS-Werbeblocker: ProtonVPN Plus enthält NetShield, einen DNS-basierten Blocker für Werbung, Tracker und Malware-Domains. Er funktioniert auf Netzwerkebene und ist damit effektiver als viele Browser-Erweiterungen.
  • Proton Mail-Integration: Ein Proton-Konto genügt für ProtonVPN, Proton Mail, Proton Drive und Proton Pass. Wer den Proton Unlimited-Plan wählt, bekommt alle Dienste im Paket – datenschutzfreundlicher als das Aufteilen auf verschiedene Anbieter.
  • Kill Switch auf allen Plattformen: ProtonVPN bietet einen robusten Kill Switch für Windows, Mac, iOS, Android und Linux – der Internetverkehr wird bei VPN-Verbindungsabbruch sofort blockiert. Auch "Always-on VPN" ist auf allen mobilen Plattformen verfügbar.
  • Secure Core: Ein exklusives Feature von ProtonVPN: Dein Datenverkehr wird durch ProtonVPNs eigene, physisch gesicherte Server in der Schweiz, Island oder Schweden geleitet, bevor er den Exit-Server erreicht. Das schützt auch gegen kompromittierte Exit-Server.
  • Tor über VPN: ProtonVPN bietet in bestimmten Server-Konfigurationen direkten Zugang zum Tor-Netzwerk über die VPN-Verbindung – ohne separaten Tor Browser.
  • Kostenloser Einstieg möglich: ProtonVPN bietet als einziger seriöser Anbieter einen kostenlosen Plan ohne Datenlimit – ideal zum Testen vor dem Kauf.

Was du bei ProtonVPN vermissen wirst

Ein fairer Vergleich nennt auch die Nachteile. NordVPN-Nutzer, die zu ProtonVPN wechseln, werden folgende Dinge vermissen:

  • SmartDNS fehlt: NordVPN bietet SmartDNS, mit dem Smart-TVs, Spielekonsolen und andere Geräte ohne VPN-App Netflix-Geo-Sperren umgehen können. ProtonVPN hat kein vergleichbares Feature – für diese Geräte bleibt nur der Weg über einen Router, auf dem ProtonVPN konfiguriert ist.
  • Weniger Serverstandorte: NordVPN bietet über 6.000 Server in mehr als 110 Ländern. ProtonVPN Plus kommt auf rund 9.000 Server in 112 Ländern – hier hat sich der Abstand deutlich verringert, aber NordVPN hatte historisch mehr Auswahl in Nischenmärkten.
  • Preis: NordVPN ist bei Langzeit-Abos oft günstiger als ProtonVPN Plus. Besonders Aktionsangebote machen NordVPN zum günstigeren Einstieg. ProtonVPN ist preislich im oberen Mittelfeld – bietet aber auch mehr im Paket (Proton-Ökosystem).
  • Meshnet: NordVPN bietet Meshnet, mit dem Nutzer ihre Geräte in einem privaten Netzwerk verbinden können – nützlich für Remote-Zugriff und Dateitransfer zwischen Geräten. ProtonVPN hat kein vergleichbares Feature.

Direktvergleich: NordVPN vs. ProtonVPN

Kriterium NordVPN ProtonVPN Plus
Firmensitz Panama Schweiz
Open Source Nein Ja (alle Apps)
Unabhängige Audits Ja Ja
Serveranzahl 6.000+ / 110+ Länder 9.000+ / 112+ Länder
Kill Switch Ja Ja (alle Plattformen)
Werbeblocker Threat Protection NetShield
SmartDNS Ja Nein
Secure Core / Double VPN Double VPN Secure Core (eigene physische Server)
Ökosystem-Integration Begrenzt Proton Mail, Drive, Pass
Kostenloser Plan Nein Ja (kein Datenlimit)
Preis (Jahresabo) Ab ca. 3,99 €/Monat Ab ca. 4,99 €/Monat

Migration Schritt für Schritt: So wechselst du reibungslos

Der Wechsel von NordVPN zu ProtonVPN ist technisch unkompliziert. Wenn du noch innerhalb der NordVPN-Geld-zurück-Frist bist, kannst du sogar eine Rückerstattung beantragen.

Schritt 1: ProtonVPN-Konto anlegen und testen

Lege zunächst ein kostenloses ProtonVPN-Konto an und teste den Dienst für einige Tage. So kannst du sicherstellen, dass ProtonVPN deine Anforderungen erfüllt, bevor du NordVPN kündigst. Lade die ProtonVPN-App für dein System herunter und verbinde dich mit einem Server deiner Wahl.

Tipp: ProtonVPN Free erlaubt dir, den Dienst risikofrei zu testen – ohne Kreditkarte und ohne Zeitlimit. Erst wenn du überzeugt bist, wechselst du zu Plus und kündigst NordVPN.

Schritt 2: ProtonVPN Plus abonnieren

Wenn du mit dem Free-Plan zufrieden bist, abonniere ProtonVPN Plus. Du hast 30 Tage Geld-zurück-Garantie – ohne Einschränkungen und ohne Angabe von Gründen. Beachte: Das Abo läuft monatlich oder jährlich; mit dem Jahresabo sparst du deutlich.

Schritt 3: Einstellungen übertragen

Folgende Einstellungen solltest du in ProtonVPN neu konfigurieren:

  • Kill Switch aktivieren: Einstellungen → Connection → Kill Switch einschalten. Wähle "Permanent" für maximalen Schutz.
  • NetShield aktivieren: Einstellungen → NetShield → "Block malware, ads & trackers" wählen.
  • Protokoll wählen: ProtonVPN unterstützt WireGuard (schnell), OpenVPN (bewährt) und Stealth (Zensurumgehung). WireGuard ist die Standardempfehlung.
  • Split Tunneling einrichten: Falls du bestimmte Apps außerhalb des VPN-Tunnels nutzen möchtest, konfiguriere Split Tunneling unter Einstellungen → Connection.
  • Autostart konfigurieren: Aktiviere den App-Autostart und "Connect on launch", damit ProtonVPN beim Systemstart automatisch verbindet.

Schritt 4: NordVPN kündigen und Geld zurückfordern

Wenn du noch innerhalb der 30-tägigen NordVPN-Geld-zurück-Frist bist:

  1. Melde dich auf nordvpn.com mit deinem Konto an.
  2. Gehe zu Mein Konto → Abonnement → Automatische Verlängerung deaktivieren.
  3. Kontaktiere den NordVPN-Support über den Live-Chat (24/7 verfügbar) und beantrage eine vollständige Rückerstattung. Grund angeben: "Zufrieden mit einem anderen Dienst".
  4. Die Rückerstattung wird innerhalb von 5–10 Werktagen auf dein Zahlungsmittel zurückgebucht.

Falls du kein laufendes Abo mehr hast: Deaktiviere einfach die automatische Verlängerung, damit du nicht erneut belastet wirst. Du kannst NordVPN bis zum Ablauf des bezahlten Zeitraums weiternutzen.

Schritt 5: NordVPN-App deinstallieren

Deinstalliere die NordVPN-App auf allen Geräten, sobald du vollständig zu ProtonVPN gewechselt bist. Achte darauf, auch etwaige NordVPN-Browser-Erweiterungen zu entfernen.

Fazit: Für wen lohnt sich der Wechsel?

Der Wechsel von NordVPN zu ProtonVPN lohnt sich klar für bestimmte Nutzergruppen:

  • Datenschutz-Enthusiasten: Wer Transparenz, Open Source und den stärksten rechtlichen Datenschutzrahmen will, ist bei ProtonVPN besser aufgehoben.
  • Proton-Ökosystem-Nutzer: Wer bereits Proton Mail oder Proton Drive verwendet, profitiert von der zentralen Kontoverwaltung und kann zum Proton Unlimited-Bundle wechseln.
  • Sicherheits-Profis: Wer Secure Core, Tor über VPN oder forensisch geprüfte Open-Source-Apps braucht, findet bei ProtonVPN bessere Optionen.
  • Skeptiker nach dem NordVPN-Vorfall 2018: Wer das Kommunikationsverhalten von NordVPN damals nicht vergessen hat, findet in ProtonVPN eine bewiesenere Vertrauensbasis.

Wer hingegen primär Wert auf günstige Preise, SmartDNS für Smart-TVs oder Meshnet legt, wird bei NordVPN möglicherweise besser bedient. Es gibt keinen objektiv "besten" VPN-Anbieter – nur den, der am besten zu deinen individuellen Anforderungen passt.

Unseren ausführlichen Direktvergleich beider Anbieter findest du unter: ProtonVPN vs. NordVPN: Der große Vergleich 2026.

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Häufige Fragen

Das hängt von deinen Prioritäten ab. ProtonVPN hat klare Vorteile beim Datenschutz: Schweizer Sitz, vollständig Open-Source-Apps, das Proton-Ökosystem und ein nachgewiesenes No-Log-Versprechen. NordVPN ist oft günstiger, bietet SmartDNS für Streaming und Meshnet. Wer Datenschutz und Transparenz über Komfort stellt, ist bei ProtonVPN besser aufgehoben.

Technisch gesehen kannst du beide Apps installiert haben, aber du kannst in der Regel nicht beide VPN-Verbindungen gleichzeitig aktiv schalten – dein Betriebssystem erlaubt üblicherweise nur eine VPN-Verbindung auf einmal. Du kannst zwischen den Apps wechseln, um verschiedene Server zu testen, bevor du dich für einen Anbieter entscheidest.

NordVPN kündigen geht so: Melde dich auf nordvpn.com mit deinem Konto an, gehe zu "Mein Konto" → "Abonnement" und deaktiviere die automatische Verlängerung. Falls du noch innerhalb der 30-tägigen Geld-zurück-Frist bist, wende dich an den Support (24/7 Live-Chat) und beantrage eine vollständige Rückerstattung. Das funktioniert in der Praxis zuverlässig.